ALLöF WIRD GUT - Safi Raid

Großes Kino. Wo so viel Aufwand getrieben wird, denkt man als grenzwertig Beteiligter doch über das eigene Vergehen anders, als wenn ein Polizist nur gelangweilt kopfschüttelnd mit der Zunge schnückt. Aber man denkt in die falsche Richtung. Man denkt über alle eigenen Vergehen nach, die man jemals begangen hat. Oder die man vielleicht begangen haben könnte. Und wenn einem auf Anhieb dazu nichts einfällt, dann denkt man sich eben welche aus. Bei aller Phantasie komme ich trotzdem meiner eigenen kriminellen Vergangenheit nicht auf die Spur. Weder der unmittelbaren, noch der weit zurückliegenden Teile. Man hätte sich nur auf dem Schrottareal umsehen müssen, um den Einmarsch der Niederländer in die passenden Worte zu kleiden: ›ein Griff ins Klo‹. ALLöF WIRD GUT ...
... auch das mit den Zähnen:

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Mit hundert iPhones aus zweiter Hand stellt sich jemand wie ich bestenfalls auf den Flohmarkt. Aber das Zeug hehlen und auf einen anderen Kontinent karren? Krabbenpulen, Datenklau? Im Traum nicht. Dass jemand mit den SIMs ungute Dinge tut, ahne ich so wenig wie den Ausgang der Bundesliga. Bis mir jemand meinen Namen nennt. »Sie sind also Safi Raid?«
»Nein«, sage ich wahrheitsgemäß, »ich habe den Namen noch nie gehört.«
»Wir hören Ihren Namen ständig. Sie sind ziemlich bekannt.«
»Das wäre ich gern.« Prominenten geht es allgemein besser, als den armen Würstchen, die niemand kennt. Siehe Hoeneß! Er: »Darf ich Ihre Einlassung also als Geständnis verstehen?« »Geständnis wofür?« »Dass Sie das alles tun, um berühmt zu werden?« Ich: »Das alles?« »Dazu kommen wir noch.« Fein. Halb Sechs morgens im Kreisknast. Wir sind jetzt durchweg etwas entspannter. Nach allem, was wir in der Nacht geleistet haben, könnten wir uns gegenseitig anerkennend auf die Schultern klopfen, Trikots tauschen und an der Theke noch einen Absacker nehmen. Prominenz als Motiv. Wie hieß noch gleich der Mörder von Kennedy? Also, ich meine den anderen. Den aus der Area-51.
Ich für meinen Teil komme erst Mal ins Bett. Einzelzelle. Kurze Instruktion: Ich brauche nicht zu arbeiten, kann in den Gemeinschaftsraum, dort steht ein Fernseher. Ich kann mir auch einen Privatfernseher auf die Zelle leihen, das kostet wenig, sonstige Elektronik ist nicht erlaubt, mir steht Taschengeld zu, und wenn ich sonst etwas brauche, gibt es eine Ansprechperson, eine Art legalen Knastdealer. Kurze Zwischenfrage meinerseits (ich bin jetzt doch schon etwas müde): »Was meinen sie damit, sonst was brauche?« Er: »Einen Koran zum Beispiel.«

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