der nächste Krieg

Dschingis Khan (der Schmied) arbeitete sich an der Seidenstraße lang in Richtung Westen. Der Westen arbeitet sich an ähnlicher Route nach Osten. Und der Osten (China) arbeitet sich dem Industrieimperialismus entgegen. Im Grunde stellt sich die Frage, wer die Wirtschaftswege unter Kontrolle behält oder bekommt. So schon zu Zeiten der Boxerkriege. Relativ leicht, heute schon die Krisenherde der Zukunft zu bestimmen, wenn man sich über diese Grundlagen der Weltwirtschaft Klarheit verschafft. Durch ehrliche Bewertung der Zielsetzungen.

Wir bauen Elektroautos. 2030 wollen die führenden politischen Parteien den Ausstieg aus der fossilen Energie im Kfz manifestieren und nur noch Elektroautos zulassen. Die Rechnung ergibt nicht nur einen gewaltigen Anstieg des Verstromungsbedarfs (mit entsprechend weitreichenden Folgen), sondern auch zusätzliche Bedarfe für Rohstoffe, mit denen Elektrofahrzeuge (und nebenbei auch der boomende Markt der Elektrogeräte allgemein) versorgt werden können. Kobald ist hier ein wichtiger Pfeiler, Grafit ein anderer. Beide Rohstoffe sind zum größten Teil in Händen der ... na?

Chinesen. Richtig. Auch die USA haben versucht, sich ein Stück vom Kuchen im Kongo zu sichern, aber letztlich hat wie immer das Reich der Mitte die Nase vorn. Krisensitzung bei VW und anderen Konzernen: wie den Bedarf decken, ohne in die erdrückende Abhängigkeit der Weltmarktmonopolisten zu geraten? Tja, eine direkte Folge des Kolonialismus, denn die Regierungen in Zentralafrika, so unendlich instabil sie sind, um die Interessen der globalen Konzerne durchzuwinken (für relativ geringe Schmiergeldzuwendungen), fallen eben auch schon mal auf die andere Seite, wenn sie ins Ungleichgewicht geraten. Die falsche.

Kongo, Chile, Iran, Irak, Tschad ... und ihre jeweiligen Diktatoren waren eben nur so lange gute Vasallen, wie sie unsere Vasallen waren. Doch seit gleich mindestens drei Wirtschaftsriesen am Tau ziehen, steht über die Rohstoffknappheiten zur Zeit vorwiegend an seltenen Metallen ein globaler Konflikt bevor, der an die Substanz gehen wird. Wir werden um unsere Elektroautos kämpfen müssen. Und das nicht unbedingt nur mit friedlichen Mitteln. Was sich da anbahnt, könnte weltweit eine neue Ära der Verunsicherung einleiten, denn auch China ist kein Motor, der ohne Treibstoff läuft.

So etwa das Schreckensszenario für die nächsten fünfzehn Jahre. Natürlich muss das alles nicht so kommen. Auch die Klimakatastrophe hätte eine natürliche Schwankung sein können und die Bankenkrise astrologisch bedingt. Das Schmelzen der Gletscher ist in einer Zwischeneiszeit ja gar nicht verkehrt, so eben auch gewisse Prozesse in der Weltwirtschaft, die durchaus mit dem Artensterben in der Natur vergleichbar sind. Manche Konzepte setzen sich eben nicht durch. Darunter die soziale Marktwirtschaft? Großes Fragezeichen, denn welche Strategie brachte China denn auf die Überholspur?

Sind autoritäre politische Systeme mit ihrer Planwirtschaft und Unterdrückung kritischer Stimmen doch überlegen gegen das hemmungslose Profitdiktat? Und seinen kleinen Bruder mit den sozialen Allüren? In spätestens zwanzig Jahren werden wir es wissen.