nuevo romanticismo

Eigentlich ist Romantik ja nicht meine Domaene. Und das Schreiben auf spanischen Tastaturen ueberhaupt. Zum Ausgleich der fehlenden Umlaute gibt es diese wundervollen ñ-es umsonst. Der Umlaut repraesentiert ja so viel von der wankelmuetigen Stimmung einesLa Peña de Arias Montano, 18.3.2019, der sich auf die Dinge einlassen will, aber gleichzeitig einen strikten Gedanken verwirft. Ein Abend in der Sierra de Aracena: kalt ist es hier. Nichts gegen die tosenden Winde in Alemania, aber ein kleiner Vorgeschmack dessen, was den erwartet, der zu frueh den Heimflug antritt. Es ist immer zu frueh. Im Romantizismus immer zu spaet. Umbruch. Ein schrabbeliger Tisch unter einem Pimiento-Baum (ich kann sie nicht von Oliven unterscheiden), dahinter eine noch wackeligere Bank. Diese Bank hat eine Besonderheit: man kann auf ihr nicht alleine sitzen. Jemand hat diese Bank so kunstvoll zusammen genagelt, dass zwei Personen sich gegenseitig absprechen muessen, wenn einer aufstehen will. Besser, man bleibt, wo man ist. Steht einer unvermittelt auf, dann kippt der andere in die Kakteen. Gespraech ueber das Schreiben und das Lesen. Ueber das Hin und das Her. Ueber die Balance. Wo gelaenge das besser? An diesen Ort hat sich ein Eremit zurueck gezogen. Gleich versteht man, warum. Die Hippiekommune oben in den Bergen hat das schon viel frueher erkannt. Hier kann man sein. Einfach so. Doch braucht man seine Zeit, um anzukommen. Denn der Ort ist nicht einfach. Wie die Stille nicht einfach ist. Selbst fuer die Sevillanos, die mich begleiten. Sie wissen sich anfangs nicht passend anzuziehen. Erst mit massiver Kleidung ist den Umschwuengen der Temperatur zu begegnen: 28º tagsueber, 7º nachts. Die Romantik kriecht uns in die Glieder. Eindruecke sammeln sich da, wo es am wehesten tut. Alle frieren, keiner will rein. Und drinnen brennt der Kamin. Die Natur und die Gespraeche werden eins, die Literatur hoert auf, alleine Kopfsache zu sein. Sie flackert im Kamin. Nicht, dass wir Buecher verbrennten. Wir verwerfen Gedanken, denn es wird ueber Buddhismus gesprochen. Reden, bis das Wort sinnlos wird. Es ist, als ob man die Begriffe essen wuerde wie Wachteln. Auch hier herum wird viel gejagt. Alles, was an einem kleinen Vogel dran ist, wird von den Knochen geleckt. Am Ende ist alles gesagt. Und doch nichts. Ein Ausflug in die Berge. Fast scheint es, als wuerde man die Saetze rueckwaerts sprechen. Und sie ergaeben den selben Sinn. Angekommen in einer Zeit des Carlos V und seiner Bibelkunde. Das Auto braucht man nicht und nicht das Handy. Man braucht gute Schuhe und Pullover, um zu bestehen. Welch ein Plan! Spanien ohne Sonnenbrand. Und der naechste Tag am Meer. Jessas, wie soll man das fassen?