ALLöF WIRD GUT - Abschied

Mein stinklangweiliges Leben gewinnt langsam an Fahrt, als ich endlich nach etlichen Versuchen meine Anwältin erreiche. Hana Kattrin, am Apparat, stellt mir nur eine Frage: »Wer??« Dann legen wir wieder auf. Und wiederholen das ganze, weil ich mir nicht sicher bin, die richtige Hana Kattrin angerufen zu haben. Nach dem dritten Versuch verabschiede ich mich dann von meinen neuen Freunden aus der weiten Welt, um das Überraschungsmoment einer direkten Begegnung zu nutzen. Entweder in Hana Kattrins Andernacher Kanzlei, also auf der Rückseite des Rheins, oder noch besser an ihrer Wohnungstür ganz um die Ecke.
ALLöF WIRD GUT ...
... auch das mit den Zähnen:

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Luuk spendiert mir eine Schiffspassage, denn ›ganz um die Ecke‹ sind immerhin noch zehn Kilometer. Für den Kapitän ist das eine Station, für uns zwei kleine Scheine. Ein trauriger Abschied, denn auch in meiner Abwesenheit geht das Leben schließlich weiter. Die Türkinnen spucken vor dem Bahnhofsklo weiter den Boden voll. Die Strandhasen sonnen sich. Die Köbese jonglieren Stangenbier. Und ich werde von hier an wieder ein Undercover-Araber sein, der die Welt nicht versteht. Ein kräftiger Schluck hilft uns über den Abschiedsschmerz. Persi und Luuk hat man später in ihrem Auto gefunden. Sie lagen friedlich nebeneinander wie indische Götter nach dem Liebesakt. Ein gewisser Safi Raid hat ihnen die Kehle durchschnitten.

Ich steige in Zündorf von der Nixe aufs Pier, als hinter Rodenkirchen die Sonne verglüht. Zu spät für Hausbesuche. Schuld ist ein Maschinenschaden in meinem Zeitempfinden. ›Zu spät‹ ist eine wesentlich genauere Angabe als ›später‹, so wie ›nirgends‹ einen Ort präziser nennt als ›irgendwo in der Nähe der Kirche‹. Die Mutter der Präzision in diesem Koordinatenkreuz legt natürlich der Rheinländer vor mit ›nur ein Bier noch. Man sieht sisch‹. So gingen wir auseinander. Naja. Wäre schön gewesen, man könnte sich sehen. Und das eine Bier noch, da hat der Rheinländer voll und ganz recht, hätte nicht geschadet.

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